Lesenswertes auf einen Blick.

Im Interview - Der Jenaer Thomas Röhler – Deutscher Meister im Speerwurf und auf den Weg nach Rio HS 

Vor dem Hintergrund, dass unsere Geschäftsführer selbst aus dem Leistungssportbereich kommen, ist es für sie eine Selbstverständlichkeit, Nachwuchstalente zu unterstützen. Zu diesen gehört auch der Speerwerfer Thomas Röhler, mit dem sich unsere Mitarbeiterin für Unternehmenskommunikation – Heike Steib – in Jena zum Interview getroffen hat.

An einem Dienstagmorgen im Juni, 8 Uhr im Jenaer Café Gräfe: Thomas Röhler wirkt frisch, genießt Kaffee und Apfelkuchen und ich weiß nach wenigen Minuten ganz genau: Speerwerfen ist seine Passion – deshalb ist er an der Weltspitze und auf dem besten Weg, auch bei seinen ersten Olympischen Spielen in Rio ganz vorn mit zu mischen. Gerade erst hat er mit 89,30 Meter eine neue Weltbestleistung geworfen. Dabei wirkt er trotz 1,91m doch eher sehr schlank.

Ich dachte Speerwerfer sind Hünen, was zeichnet dich aus?
Lachen. Früher waren Speerwerfer Muskelpakete und der Wurf ging über die Kraft. Heutzutage wiegt ein Speer nur 800 Gramm, da zählen Geschwindigkeit, Schnelligkeit sowie die Bereitschaft zum Risiko, denn man muss aus voller Endbeschleunigung zum Stehen kommen und dabei die Dynamik aus dem Anlauf zu einem Impuls umwandeln.

Was ist für dich das Besondere am Speerwerfen?
Speerwerfen vereint alles: Fokussierung, Präzision, Dynamik und Ästhetik. Ich kann mich extrem fokussieren. Ab dem ersten Wurf ist es absolut mein Ziel, den Speer sehr weit zu werfen. Dazu ist es ein fairer Wettbewerb – wir lieben die Natur.

Wie oft musst du trainieren?
Ich trainiere im Winter ca. 8 Mal, im Sommer ca. 5 Mal in der Woche – es ist, je nach Jahreszeit, Aufbau, Erhalten und „Finetuning“.

Was ist deine Vision?
Ich möchte möglichst lange weit werfen. Deshalb gehe ich sehr bewusst mit meinem Körper und meiner Gesundheit um – es ist mein Kapital – auch nach dem Sport.

Wie wird man im Sport erfolgreich?
Es ist eigentlich ganz einfach, man muss wirklich stetig Spaß am Sport haben. Nicht planen und kämpfen sondern ehrlich zu sich sein, ob der Weg, den man geht, einen wirklich zufrieden macht. Die Überwindung der Schmerzgrenze sollte immer nur eine im Kopf sein. Wenn der Körper schmerzt, macht man was falsch. Und das gilt nicht nur im Sport.

Was bedeutet Rio für dich?
Es sind meine ersten Olympischen Spiele – ein absoluter Traum und Höhepunkt.

Was hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Beim Speerwurf-Meeting am 4. Juni waren gefühlt die ganzen Menschen von Jena auf dem Platz – das motiviert. Es ist toll, besonders bei Kindern und jungen Sportlern, die Begeisterung fürs Werfen zu wecken.

Hast du einen strengen Ernährungsplan?
Nein, ich ernähre mich von innen heraus bewusst und nach einem guten Training darf es auch mal ein großes Eis sein. Als Thüringer liebe ich natürlich guten Kuchen.

Mit welchem Sportler möchtest du mal trainieren?
Mit Novak Djokovic, er ist ein absoluter Profi im Tennis – was ich, ehrlich zugegeben, nicht wirklich kann.

Gibt es noch freie Termine in deinem Kalender?
Natürlich. Ich trainiere zwar viel und habe ca. 20 Wettkämpfe im Jahr. Aber ich schaffe mir auch ganz bewusst Freizeiten.

Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?
Lachs oder anderer Fisch.

Wie motivierst du dich?
Keine Zweifel zulassen, sondern sich seiner speziellen Expertise bewusst sein – die geht auch an schlechten Tagen nicht einfach weg.