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Parese - Wenn der Körper nicht mehr will

Viele kennen das Gefühl, wenn man kein Gefühl mehr in den Fingern hat oder einem das Bein einschläft. Kribbeln und Taubheitsgefühle gehören zu den Sensibilitätsstörungen beziehungsweise Gefühl- oder Empfindungsstörungen. Wer länger in einer bestimmten Position verharrt, z.B. mit angezogenen Beinen sitzt, dem „schlafen“ womöglich die Beine ein. Druck auf die Nerven kann solche unbedenklichen Ausfälle verursachen, die wieder verschwinden, wenn das Bein bewegt wird. Taubheitsgefühle sind zudem meist ein Alarmzeichen, z.B. für ein Schlaganfall, gerade dann, wenn sie auf einer Körperseite auftreten, etwa am Arm, am Bein, an einer Gesichtshälfte. Oder wenn sie die ganze oder fast die ganzen Körperhälfte erfassen. Doch was ist wenn die Taubheitsgefühle nicht nur von kurzer Dauer sind, dann spricht man von einer Parese. Diese ist gleichbedeutend mit einer Lähmung. Oft wird der Begriff „Parese“ nur im Zusammenhang mit einer „inkompletten Kraftminderung“ verwendet. Man unterscheidet zwischen zentralen und peripheren Lähmungen. Zentrale Lähmungen werden durch eine Läsion im Zentralnervensystem hervorgerufen. Sie zeigen ein bestimmtes Verteilungsmuster. Halbseitenlähmungen (Hemiparesen) gehen oft auf Hirnschädigungen zurück, die Lähmung beider Arme und Beine (Tetraparese) weist dagegen mehrheitlich auf, Schädigung im Bereich des Rückenmarks hin. Spastische Lähmungen sind immer zentralen Ursprungs unter Mitbeteiligen extrapyramidaler Bahnen.

URSACHEN:

In den meisten Fällen ist ein Unfall für das Auftreten einer Parese verantwortlich, vor allem Kopfverletzungen, aber auch eine Entzündung der Nerven kann ursächlich sein. Einer Studie zufolge kommen auch psychische Erkrankungen infrage, hierbei spricht man von einer psychogenen Parese.

SYMPTOME UND VERLAUF:

Ähnlich wie bei den Ursachen können auch die Symptome äußerst vielfältig sein. Typische Symptome sind: Übelkeit, Kopfschmerzen und Sprachstörungen. Grundsätzlich stehen die Symptome jedoch in einer starken Abhängigkeit zur Ursache. Sofern es sich bei der Ursache beispielsweise um einen Schlaganfall handelt, wird oftmals auch das Sprachzentrum beeinträchtigt.

DIAGNOSE:

Bei Empfindungsstörungen und/oder Taubheitsgefühlen sollte ein entsprechender Facharzt aufgesucht werden, um das Vorliegen einer ernsthaften Erkrankung auszuschließen. Zunächst wird der Patient umfangreich befragt. Sofern ein Verdacht auf Parese besteht, erfolgen weitere Untersuchungen(Blutuntersuchung). Auch ist der Besuch eines Neurologen ratsam, dieser kann mittels billigender Verfahren (Computertomografie) zu einer gesicherten Diagnose kommen.

BEHANDLUNG:

Die Behandlung einer Parese gestaltet sich in den meisten Fällen als äußerst schwierig und auch vielfältig. Basiert eine Parese auf eine Muskelentzündung oder einem Infekt, kann eine Behandlung mit einem Antibiotikum in Erwägung gezogen werden. Ein operativer Eingriff ist immer dann notwendig, wenn eine Parese auf einem Tumor basiert. Sofern ein operativer Eingriff nicht möglich ist, kann auch eine Chemotherapie durchgeführt werden. Eine Parese kann jedoch nicht immer vollständig geheilt werden. Vor allem eine neurologisch bedingte Parese erweist sich als unheilbar. Sollte eine Behandlung einer Parese nicht möglich sein, können jedoch spezielle Verfahren (Physiotherapie, Wärmetherapie) zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.

Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaften für Neurologie und für Neurologie: Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. 3. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 978 3-13-132413-9;

I care- Pflege,Georg Thieme, Stuttgart 2015,S. 1217ff., ISBN 978 3-13-165651-3;

https://www.praxisvita.de/laehmung-1847.html;

krank.de/krankheiten/hemiparese/